Peter-Geuer Str.9, 53909 Zülpich Germany
02252 835302 info@dithmer.de
MS ACCESS Entwicklung

MS Access ist tot? Warum Unternehmen auch 2026 noch auf Access setzen

MS Access ist tot? Warum Unternehmen auch 2026 noch auf Access setzen

Microsoft Access ist veraltet. Access ist nicht mehr zeitgemäß. Access wird bald eingestellt.

Solche Aussagen höre ich seit vielen Jahren. Und trotzdem begegnen mir auch 2026 regelmäßig Unternehmen, deren wichtigste Geschäftsprozesse auf Microsoft Access basieren.

Da werden Angebote geschrieben, Aufträge verwaltet, Produktionsdaten verarbeitet, Rechnungen erstellt und komplexe Auswertungen durchgeführt.

Und wissen Sie was? Viele dieser Anwendungen funktionieren hervorragend.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob Microsoft Access tot ist. Sondern ob die eingesetzte Lösung die Anforderungen des Unternehmens erfüllt.

Warum hält sich das Gerücht vom Ende von Microsoft Access so hartnäckig?

Microsoft Access gibt es seit 1992. In einer IT-Welt, in der ständig neue Frameworks, Cloud-Plattformen und Programmiersprachen erscheinen, wirkt eine über 30 Jahre alte Technologie auf den ersten Blick nicht besonders modern.

Hinzu kommt, dass Access häufig mit kleinen, selbst gebauten Datenbanken verwechselt wird.

Dabei wird übersehen, dass professionell entwickelte Access-Anwendungen weit mehr sein können als eine Sammlung von Tabellen und Formularen.

Mit VBA, SQL Server, Schnittstellen und modernen .NET-Komponenten lassen sich leistungsfähige Geschäftsanwendungen entwickeln und langfristig betreiben.

Microsoft Access ist auch 2026 Bestandteil der Microsoft-365-Welt und wird weiterhin unterstützt.

Alt bedeutet nicht automatisch schlecht. Und neu bedeutet nicht automatisch besser.

5 Gründe, warum Unternehmen weiterhin auf Microsoft Access setzen

1. Bestehende Anwendungen enthalten jahrelanges Unternehmenswissen

Eine gewachsene Access-Anwendung ist häufig viel mehr als nur Software.

In ihr stecken Geschäftsregeln, Sonderfälle, Berechnungen, Arbeitsabläufe und Erfahrungen, die über viele Jahre entstanden sind.

Wer eine solche Anwendung vollständig ersetzt, muss dieses Wissen zunächst verstehen und anschließend in einer neuen Lösung korrekt abbilden.

Das ist oft deutlich aufwendiger, als ursprünglich angenommen.

Eine funktionierende Access-Anwendung einfach wegzuwerfen, nur weil sie mit Access entwickelt wurde, kann eine ausgesprochen teure Entscheidung sein.

2. Access ist hervorragend für individuelle Geschäftsprozesse geeignet

Nicht jedes Unternehmen benötigt ein großes ERP-System.

Manchmal braucht es eine Anwendung, die exakt das erledigt, was die Mitarbeiter täglich benötigen.

Zum Beispiel:

  • Auftrags- und Kundenverwaltung
  • Produktions- und Lagerverwaltung
  • Angebots- und Rechnungserstellung
  • Import und Export von Excel- und CSV-Dateien
  • Auswertungen und individuelle Berichte
  • Schnittstellen zu anderen Unternehmenssystemen

Gerade dort, wo Standardsoftware an ihre Grenzen stößt, kann eine individuell entwickelte Access-Lösung ihre Stärken ausspielen.

3. Microsoft Access und SQL Server sind ein starkes Team

Eines der häufigsten Missverständnisse lautet:

„Access ist für größere Datenmengen grundsätzlich ungeeignet.“

Dabei muss man zwischen Access als Benutzeroberfläche und Access als Datenbank unterscheiden.

In einer professionellen Architektur kann Microsoft Access das Frontend bilden, während Microsoft SQL Server die Datenhaltung übernimmt.

Das bringt entscheidende Vorteile:

  • Zentrale und leistungsfähige Datenhaltung
  • Bessere Möglichkeiten für Sicherheit und Benutzerrechte
  • Professionelle Backup- und Wartungsstrategien
  • Verbesserte Skalierbarkeit
  • Weiterverwendung vorhandener Access-Formulare und Berichte

Natürlich müssen Abfragen, Tabellenverknüpfungen und die Anwendung selbst sauber entwickelt sein.

Aber genau darin liegt der Unterschied zwischen einer schnell zusammengeklickten Datenbank und einer professionellen Geschäftsanwendung.

4. Access lässt sich mit modernen Technologien erweitern

Wer glaubt, eine Access-Anwendung müsse technologisch auf dem Stand ihrer ursprünglichen Entwicklung bleiben, unterschätzt die Möglichkeiten.

In meinen Projekten kombiniere ich Microsoft Access beispielsweise mit:

C# und .NET: Für zusätzliche Funktionen, eigenständige Programme und moderne Komponenten.

SQL Server: Für eine zentrale, leistungsfähige Datenbank.

REST-APIs und Webservices: Für die Kommunikation mit externen Systemen.

Microsoft 365: Für die Integration in bestehende Arbeitsumgebungen.

ZUGFeRD und XRechnung: Für die Erstellung und Verarbeitung elektronischer Rechnungen.

Ein konkretes Beispiel ist mein ZUGFeRD Creator: Damit lassen sich bestehende Access-Rechnungslösungen um die Erstellung strukturierter elektronischer Rechnungen erweitern.

Dafür muss nicht gleich die gesamte Rechnungsanwendung neu entwickelt werden.

Modernisierung bedeutet nicht zwangsläufig Neuentwicklung.

5. Wirtschaftlichkeit ist wichtiger als Technologie-Trends

Stellen wir uns ein Unternehmen vor, das seit 15 Jahren eine Access-Anwendung einsetzt.

Die Mitarbeiter kennen das Programm. Die Abläufe funktionieren. Die Daten sind vorhanden.

Nun wird vorgeschlagen, alles durch eine neue Webanwendung zu ersetzen.

Das klingt zunächst modern.

Aber welche Kosten entstehen tatsächlich?

  • Analyse sämtlicher bestehender Funktionen
  • Entwicklung der neuen Anwendung
  • Übernahme und Bereinigung der Daten
  • Tests und Qualitätssicherung
  • Schulung der Mitarbeiter
  • Umstellung der Arbeitsprozesse
  • Laufende Wartung und Betrieb

Eine vollständige Neuentwicklung kann sinnvoll sein. Sie ist aber nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung.

Häufig lassen sich mit gezielten Modernisierungen erhebliche Verbesserungen erreichen, ohne die gesamte Softwarelandschaft auszutauschen.

Wann Microsoft Access tatsächlich an seine Grenzen kommt

Ich arbeite seit rund 25 Jahren als selbstständiger Softwareentwickler mit Microsoft Access

Kommentare sind deaktiviert.