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MS ACCESS Entwicklung

Ich dachte, SAP wäre die richtige Entscheidung. Heute sehe ich das etwas anders.

Ich dachte, SAP wäre die richtige Entscheidung. Heute sehe ich das etwas anders.

Vor einigen Monaten wurde ich in ein interessantes Projekt geholt.

Die Entscheidung des Unternehmens stand bereits fest:

Die bestehende MS-Access-Anwendung sollte durch SAP ersetzt werden.

Als ich in das Projekt einstieg, hielt ich diese Entscheidung zunächst für nachvollziehbar.

Die vorhandene Anwendung war über viele Jahre gewachsen.

Neue Funktionen wurden ergänzt, ohne das Gesamtkonzept zu überdenken.

Tabellen waren mehrfach vorhanden.

Auswertungen funktionierten nur teilweise.

VBA-Code war kaum dokumentiert.

An vielen Stellen war deutlich zu erkennen, dass immer wieder "angebaut" wurde.

Mein erster Gedanke war:

"Eine SAP-Einführung könnte hier tatsächlich sinnvoll sein."

Doch dann begann ich, mit den Anwendern zu sprechen.

Und genau dort änderte sich meine Sicht.


Die eigentliche Stärke der alten Anwendung

Die Mitarbeiter arbeiteten täglich mit der Software.

Sie kannten jeden Knopf.

Jede Auswertung.

Jede Besonderheit.

Vor allem aber nutzten sie unzählige individuelle Auswertungen und Controlling-Funktionen, die exakt auf ihr Unternehmen zugeschnitten waren.

Erst dadurch wurde mir klar:

Die Schwäche lag nicht in Microsoft Access.

Die Schwäche lag in der Umsetzung.


Was wäre mit einer sauberen Architektur möglich gewesen?

Je länger ich mich mit der Anwendung beschäftigte, desto häufiger stellte ich mir eine Frage:

Was wäre gewesen, wenn diese Software von Anfang an sauber entwickelt worden wäre?

Zum Beispiel mit:

  • MS Access als Frontend
  • SQL Server als Backend
  • einer durchdachten Datenstruktur
  • sauber getrennten Geschäftslogiken
  • klaren Berechtigungskonzepten
  • modernen Schnittstellen
  • professionellen Auswertungen und Dashboards

Ich bin überzeugt, dass daraus eine leistungsfähige Lösung hätte entstehen können, die die individuellen Anforderungen der Anwender sehr gut unterstützt.


Standardisierung hat ihren Preis

SAP bringt ohne Frage viele Vorteile mit.

Gerade bei:

  • konzernweiten Prozessen
  • internationaler Zusammenarbeit
  • Einkauf
  • Produktion
  • Logistik
  • Finanzwesen

ist SAP eine äußerst leistungsfähige Plattform.

Gleichzeitig bedeutet Standardisierung oft auch, dass sich Unternehmen an die Software anpassen müssen.

Individuelle Auswertungen, spontane Sonderlösungen oder sehr spezielle Controlling-Anforderungen lassen sich häufig nicht mehr so flexibel umsetzen wie in einer maßgeschneiderten Anwendung.

Das ist kein Fehler von SAP.

Es ist die Konsequenz eines Systems, das für sehr viele Unternehmen und Prozesse entwickelt wurde.


Meine wichtigste Erkenntnis

Diese eine wichtige Frage:

"Wie arbeiten die Menschen, die diese Software jeden Tag nutzen?"

Denn genau dort entscheidet sich, ob eine Lösung im Alltag wirklich erfolgreich ist.


Mein Fazit

Ich möchte nicht behaupten, dass SAP die falsche Entscheidung war.

Dafür kenne ich die strategischen Ziele des Unternehmens nicht vollständig.

Was ich aber gelernt habe:

Eine schlecht entwickelte Access-Anwendung ist kein Beweis dafür, dass Microsoft Access ungeeignet ist.

Genauso wenig ist die Einführung eines großen ERP-Systems automatisch die beste Lösung für jedes Unternehmen.

Manchmal liegt das größte Potenzial darin, eine bestehende Individualsoftware konsequent zu modernisieren, anstatt sie vollständig zu ersetzen.

Die beste Software ist am Ende nicht die mit dem größten Namen.

Sondern die, mit der die Menschen ihre Arbeit effizient, zuverlässig und gerne erledigen.

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